Wüste, Klippen, Gewölbekeller

#Stadt #Meer #Fotografie #Bike

Unser Roadtrip durch Spanien

Mit dem CROSSCAMP EXPLR, CROSSCAMP ELMNT und CROSSCAMP EXPDN von Isny bis an die Atlantikküste

Wir stehen kurz nach der französisch-spanischen Grenze an der Bar, schauen auf die Speisekarte und merken erst jetzt, dass wir kein Bargeld dabeihaben. Ein Kartenterminal ist auch nicht in Sicht, aber Wirt bleibt entspannt. Statt der Absage, die wir aus Deutschland so gewöhnt sind, lacht der Wirt herzhaft über unsere hilflosen Gesichter und die Handys, die wir fragen hochhalten. So lernen wir schon kurz nach der Grenze, dass man in Spanien fast überall per Handy bezahlen kann. Draußen donnert währendessen ab und zu ein LKW über die Autobahn, die Landschaft ist weit und flach und fast schon wüstenartig. Drinnen bergüßt uns Spanien mit dem besten Espresso der letzten 1.700 Kilometer und echter Gastfreundschaft.

Dabei war auch die Fahrt durch Frankreich alles andere als unangenehm. Die Raststätten dort sind ruhiger und sauberer als die deutschen, das Essen besser und kurz vor Montpellier öffnet sich plötzlich der Blick aufs Mittelmeer. An dieser Stelle einen kurzen Hinweis für alle, die diese Route fahren: Auf Raststätten und Tankstellen nahe der Grenze gibt es vereinzelt Menschen, die eine Panne vortäuschen. Ein bekannter Trick, der auf Hilfsbereitschaft setzt. Haltet das Fahrzeug also immer verschlossen halten, auch beim Tanken.

Was uns hierher geführt hat? Ende April sind wir im Team mit CROSSCAMP EXPLR, CROSSCAMP ELMNT und CROSSCAMP EXPDN nach Nordspanien aufgebrochen, ursprünglich für ein Fotoshooting. Was daraus wurde, war weit mehr. Deswegen bekommt ihr hier auch eine echte Travel Story zu lesen!

Girona: Erster Kaffee, erste Eindrücke

Wer ohnehin an Girona vorbeifährt, sollte kurz halten. Die gotische Altstadt war Filmkulisse für Game of Thrones, ist aber vor allem eines: lebendig. Trailrunner, Triathleten, Rennradfahrer und Gravelbiker gehören hier zum Stadtbild genauso wie die engen Gässchen und die Treppen, die sich durch die Altstadt ziehen. Im Frühjahr sind die Temperaturen angenehm und die Stadt noch nicht überlaufen. Wer einen schönen Zwischenstopp sucht und ein erstes Gefühl für Spanien bekommen will, hält hier.

 

Calatayud: Wenn der Van die Spiegel einklappen muss

In Calatayud stellt sich ziemlich schnell heraus, dass die Altstadt nicht für Fahrzeuge gebaut worden ist, die nach dem Jahr 1200 entwickelt wurden. Die Gassen sind eng, die Fassaden stehen schief und an manchen Stellen bleibt so wenig Spielraum, dass wir die Außenspiegel einklappen müssen, um nicht an jahrhundertealtem Putz zu kratzen. Dass wir trotzdem einen Parkplatz finden, liegt daran, dass der CROSSCAMP EXPLR durch Lücken passt, bei denen wir mit einem größeren Fahrzeug längst umgekehrt wären.

Kaffee am Plaza España, durch die Gässchen bummeln, Fassaden anschauen, die seit Jahrhunderten genauso krumm dastehen und das offensichtlich klaglos überlebt haben. Ein Teil der Gruppe schnappt sich die Longboards und cruist die Nebenstraßen ab. Die Spanier schauen zu und zucken mit den Schultern, was hier so viel heißt wie: macht ihr ruhig. Zum Mittagessen landen wir in einer Arbeiterkneipe – laut, voll, Riesenportion Fleisch, Mehrgang-Menü und der Kellner kämpft sich via Übersetzungs-App mit einer Engelsgeduld durch unsere Bestellungen. Nur an die Schnecken, die dort so selbstverständlich auf der Karte stehen wie bei uns ein Schnitzel, traut sich keiner ran.

Saragossa: Canyon, Graben und Drohne bis Akkuende

Rund um Saragossa biegen wir von der Autobahn ab. Uns erwarten kleine Schotterstraßen, pinienbewachsene Hügel und trockene Weite. HIer schlagen wir für eine Nacht unser Lager auf.  Ein Teil der Gruppe läuft danach eine Runde Trail und macht Fotos auf einem Aussichtsberg, der Rest cruist mit den Gravelbikes durch die Gegend und findet dabei einen Canyon, den niemand auf dem Radar hatte. Die Drohne läuft spontan heiß, fliegt und fliegt, Akkus werden getauscht bis die Sonne ganz verschwunden ist.

Einmal wurde es dann noch kurz brenzlig: Beim Einparken auf einer Schotterstraße gerät ein Fahrzeug bei einem Ausweichmanöver mit einem Rad in den Graben. Mit Trackboards und ruhiger Koordination ist der Van in kurzer Zeit wieder auf der Straße, vollkommen unbeschadet. 

Badenas Reales: Sonnenaufgang über Sandstein

Die Badenas Reales sind eine Landschaft, die man in Europa nicht erwartet. Ein Naturpark im Nordosten Spaniens, Steppe und Sandsteinformationen, Canyons, Schotterpisten und bei der Einfahrt sitzt ein kleiner Fuchs mitten auf der Straße und schaut uns an, als hätte er auf uns gewartet. 

Übernachtungen im Park sind übrigens verboten. Der Besuch ist nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erlaubt und wird von Rangern streng kontrolliert. Wer den Sonnenaufgang sehen will, muss also wie wir super früh raus. Ein Teil von uns klappt das Hochdach des CROSSCAMP ELMNT auf, noch bevor die ersten Farben über den Formationen erscheinen und trinkt Kaffee, während das Panorama langsam heller wird. Die zweite Crew baut ein Stück weiter das Frühstückscamp auf.

Schon kurz nach Sonnenaufgang wird es erstaunlich schnell heiß und staubig. Versorgung gibt es im Park keine, also vorher tanken und Vorräte einpacken. Dieser Morgen jedenfalls bleibt für immer in unsere Reisegedächtnis eingebrannt. 

 

Mutriku: Das andere Spanien

Wer Spanien nur aus dem Süden kennt, kennt es halb. Die Atlantikküste im Baskenland ist kühler, grüner und windiger. Der Campingplatz oberhalb von Mutriku liegt so exponiert auf den Klippen, dass man beim Frühstück auf den Atlantik schaut, ob man will oder nicht. Hier steht unser CROSSCAMP EXPDN zwischen alten Bäumen, unter denen wir am Nachmittag die Slackline spannen. Wer nicht balanciert, schnappt sich ein Longboard und cruist die Panoramastraße entlang. Wenig Verkehr und der endlose Blick über das Meer machen diese Momente zu einem weiteren Highlight unserer Reise ...

Auch den Abend im Ort hätten wir nicht schöner planen können: Wir schlendern durch die Altstadt, hören Musik aus einem Gewölbekeller und schauen kurz rein. Drinnen spielt die halbe Dorfjugend und der Raum ist voll bis auf den letzten Stehplatz. Genau solche Erlebnisse machen für uns Vanlife aus. Nach der musikalischen Spontanpause, sitzen wir am großen Platz, essen Tapas und lassen uns vom entspannten Trubel der Einheimischen mitreißen.

Zurück am Campingplatz auf den Klippen ziehen unsere Fahrzeuge durchaus Aufmerksamkeit auf sich. Wir geben daher gleich mehrere spontane Führungen durch den CROSSCAMP EXPLR, CROSSCAMP ELMNT und CROSSCAMP EXPDN und merken dabei schnell, dass unsere Fahrzeuge auch bei den Spaniern gut ankommen.

 

Zielgruppe: Wer fährt eigentlich CROSSCAMP?

Unsere Zeit in Spanien verfliegt viel zu schnell und nach einigen Tagen geht es bereits wieder zurück in die Heimat. Wir unterteilen die Strecke durch einen Stopp auf einem Camping Municipal in einem kleinen Dorf in Frankreich. Mittagessen wird in einem gotisch anmutenden Ortskern. Auch hier finden sich wieder Schnecken auf der Karte und auch hier traut sich wieder keiner ran – das wird nichts mehr mit uns und dieser kulinarische Spezialität. Dann geht es weiter durch die Schweiz – kein km/h zu schnell, die sind streng. Südlich vom Bodensee biegt die Route schließlich nach Hause ein.

1.700 Kilometer hin, 1.700 zurück. Was für eine Reise...

FAQ zu Roadtrips durch Spanien

  • Wir waren mit allen drei aktuellen Modellen unterwegs: CROSSCAMP EXPLR, CROSSCAMP ELMNT und CROSSCAMP EXPDN. Für Städtetouren und enge Altstädte ist der CROSSCAMP EXPLR mit seiner kompakten Länge und der Fahrzeughöhe unter zwei Metern die erste Wahl. Er passt in Parkhäuser und durch Gassen, in denen größere Fahrzeuge nicht weiterkommen. Der CROSSCAMP ELMNT mit Aufstelldach ist ideal für flexible Übernachtungen unterwegs, etwa in Naturparks mit frühem Aufbruch. Der CROSSCAMP EXPDN bietet als Teilintegrierter mehr Wohnraum für längere Aufenthalte an einem Ort.

  • Von München bis zur spanischen Grenze sind es je nach Route rund 1.200 Kilometer. Die Autobahnen durch Frankreich sind gut ausgebaut und fahren sich angenehm. Wer am Stück fährt, schafft die gesamte Strecke bis in den Norden Spaniens an einem langen Tag. Für die Maut in Frankreich sollte man etwa 80 Euro pro Fahrzeug und Richtung einplanen. Einige Abschnitte haben private Betreiber, bei denen die Maut innerhalb von 48 Stunden online nachgezahlt werden kann.

  • Es geht, erfordert aber Geduld und ein kompaktes Fahrzeug. In Calatayud haben wir mit dem CROSSCAMP EXPLR die Außenspiegel eingeklappt, um durch die engsten Gassen zu kommen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Fahrzeug, desto mehr Optionen. Größere Wohnmobile sollten Parkmöglichkeiten am Stadtrand nutzen und die Innenstadt zu Fuß erkunden.

  • Nein. Übernachtungen im Nationalpark sind nicht gestattet. Der Besuch ist nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erlaubt und wird von Rangern kontrolliert. Es gibt in der Umgebung Campingplätze als gute Ausgangsbasis. Wichtig: Im Park gibt es keine Versorgung. Das bedeutet, ihr solltet also vorher tanken und Vorräte einpacken.

  • Die Regeln variieren je nach Region und Gemeinde. In dünn besiedelten Gebieten wie der Umgebung von Saragossa haben wir problemlos ruhige Stellplätze für die Nacht gefunden. An der baskischen Atlantikküste rund um Mutriku ist die Besiedlung dichter, dort haben wir einen Campingplatz gebucht. Generell empfiehlt sich eine App wie Park4Night oder iOverlander zur Stellplatzsuche, kombiniert mit einem Blick auf lokale Regelungen.

  • Kaum. Wir haben auf der gesamten Reise fast ausschließlich per Handy oder Karte gezahlt, auch an kleinen Bars und Raststätten direkt nach der Grenze. Etwas Bargeld für absolute Ausnahmefälle schadet nicht, ist aber selten nötig.

  • April und Mai sind sehr gute Monate. Wir waren Ende April unterwegs und hatten in der Wüste der Badenas Reales bereits Temperaturen, die nach dem Sonnenaufgang schnell klettern. An der Atlantikküste war es dagegen angenehm frisch und grün. Der Hochsommer bringt im Landesinneren extreme Hitze, die den Aufenthalt in der Wüste deutlich weniger angenehm macht. Wer die Baskenküste plant, sollte wissen, dass es dort auch im Frühling windig und gelegentlich regnerisch sein kann.

  • Auf Raststätten und an Tankstellen gibt es vereinzelt Menschen, die eine Panne vortäuschen, um abgelenkte Reisende zu bestehlen. Ein bekannter Trick, der auf Hilfsbereitschaft setzt. Fahrzeug immer verschlossen halten, auch beim Tanken. Ansonsten ist die Einreise unkompliziert und die Infrastruktur gut.

  • Ja, aber die besten Lagen bucht man besser im Voraus, besonders im Frühling wenn die Saison anläuft. Der Campingplatz, den wir oberhalb von Mutriku an der Atlantikküste gebucht haben, lag direkt auf den Klippen über dem Meer mit Restaurant und sehr persönlicher Atmosphäre. Solche kleinen Plätze sind oft deutlich schöner als große Campingresorts, haben aber weniger Kapazität.